Weihnachtsgedicht: "Weihnachtswunder"

Draußen hört man die Glocken läuten, es ist dunkel und schon in der Abendzeit, 
Anna sitzt alleine in der Stube, eine Kerze flackert und Anna sitzt dort und denkt wehmütig an die Vergangenheit. 

Heute, ja genau vor 40 Jahren, die Kinder noch ganz klein sie waren 
und aufgeregt immer wieder Anna fragten, wann die Bescherung denn nun endlich sei 
und sie Anna musste sanft mahnen und um Geduld noch bitten, 
denn das Christkind würde sich bemühen und es wäre doch inmitten all der schönen Weihnachtsgeschenke immer noch dabei. 

Dann endlich öffnete sich die Tür und es erstrahlte in hellem Schein der Tannenbaum festlich geschmückt mit vielen Kerzen und mit Lametta so goldig und so wunderschön anzuschaun. 
Tom sprach ein Weihnachtsgedicht und Nelly konnte so schön und lieblich singen: 
„Süßer die Glocken nie klingen „. 

Anna sieht die strahlenden Gesichter der Kinder vor sich und lächelte in die leere und einsame Wohnung hinein 
und nun? Sie kommt zurück in das Jetzt und sie fröstelt und ihre Hand umklammert den einzigen Trost in dieser schweren Zeit, das halbvoll gefüllte Glas Wein. 

Eine flackernde Kerze, halb heruntergebrannt, eine leere dunkle Wohnung, ein Glas Wein, 
ein angebranntes Essen auf dem Herd, eine Handvoll Fotos vor ihr auf dem Tisch….das soll ALLES sein? 

Sie hört die Glocken wieder läuten und tritt an das Fenster, es sieht hell draußen aus, 
das kommt durch den Schnee denkt Anna 
und wie oft sind wir früher mit den Kindern und dem Schlitten hinaus…. 

Nun sind sie erwachsen, ja das sind sie und verstreut, weit weg in andere Länder und haben sich ein Leben aufgebaut, 
erfolgreich und so weit weg und ganz selten wurde bei der Mutter, bei ihr vorbeigeschaut. 

Aber so ist das nun mal, ich will nicht klagen, denkt Anna und schaut sich die Fotos der Enkelkinder mit einem Lächeln an, 
diese Ähnlichkeit zu ihren beiden, die man deutlich erkennen kann. 

Und Anna lächelt, ich muss doch zufrieden sein, 
ich habe wunderbare Kinder und Enkelkinder und der Jüngste Fin, 
gerade mal ein halbes Jahr alt, ach so klein 
und solch ein Sonnenschein. 

Die Kerze erlischt und so bleibt sie im Dunkeln sitzen und die Augen fallen ihr fast zu, 
vielleicht soll sie ins Bett gehen und nicht mehr grübeln, 
vielleicht findet sie dort die Entspannung und die erforderliche Ruh. 

Und morgen beginnt der erste Weihnachtstag 
und ich vielleicht auch wieder etwas lächeln mag. 

Es läutet und Anna denkt, ach die wunderbaren Glocken, 
sie läuten und läuten immer wieder und verlocken, 
doch das Läuten hört nicht auf und nun wird auch noch an der Tür geklopft 
und das auch ziemlich laut, 
Annas Blick wird unruhig, sie steht auf und zweifelnd sie zur Wohnungstür hinschaut. 

Sie öffnet die Tür und….. „Überraschung“ rufen strahlend gar Tom und Nelly 
und… eine ganze Kinderschar. 
Ihr Familie, ihre Familie ist da !! 

Sie kann es kaum fassen und schon wird sie in den Arm genommen, 
sie blinzelt verwirrt und der Blick durch ihre Tränen verschwommen. 
Die Enkelkinder rufen: Oma, Oma wir besuchen dich heut 
und alle strahlen so herzlich und drücken sie und ihr Herz sich so freut. 

Blumen, Geschenke, sogar einen Braten und ganz viel Dekoration 
alles und noch viel mehr, wann jemals in den letzten Monaten hatte sie solch eine Freude schon? 

Nun ist die Wohnung erfüllt mit Kinderlachen und mit all ihren Liebsten und mit Fin, 
der Kleinste, welcher immer wieder streckt seine kleinen Ärmchen zu Anna hin. 

Gerührt, das Herz weit geöffnet für alle hier im Raum, nimmt sie Fin auf ihren Arm, 
drückt sein Köpfchen an ihre Brust und genießt verzaubert den Moment und im Zimmer wird es ganz warm. 

Weihnachtszeit mit der Familie, heilige Zeit und sie ist nicht mehr allein, 
Anna denkt, ach ich bin so glücklich mit meiner Familie, so friedlich und schön kann nur ein Weihnachtswunder am Heiligen Abend sein. 

(Autor: Petra Helene Wischinski)